Behindert … aber nicht behindert genug

Wer als „low-functioning“ eingeteilt wird, dem werden seine Fähigkeiten ignoriert, wer als „high-functioning“ angesehen wird, bei dem werden die Probleme ignoriert.

Elodiylacurious

Seit Ende August ist es offiziell; Ich bin behindert.

Nachdem ich im Januar nach langem hin und her endlich den Antrag auf „Festellung des Grads der Behinderung“ gestellt habe (es gab aus bestimmten Gründen Verzögerungen) kam dann endlich der Feststellungsbescheid.

Grad der Behinderung: 30 aufgrund einer Verhaltensstörung.

Moment? Verhaltensstörung?

Ja. Wir haben das Jahr 2017 und manch ein Versorgungsamt hat es scheinbar immer noch nicht begriffen, dass Autismus mitnichten eine Verhaltensstörung ist. Wenn dann bitte tiefgreifende Entwicklungsstörung. Wenn mein Verhalten gestört ist, dann liegt das eher an einer der Verdachtsdiagnosen, mit denen ich hier herum laufe. Nicht an meinem Autismus! Mal ganz abgesehen davon, dass es auch ziemlich fies ist einer Person, die versucht sich zu kontrollieren wo sie nur kann, an den Kopf zu knallen, dass ihr Verhalten gestört ist.

Und die 30. Leider ein Grad, der Autisten scheinbar zu gerne einfach Mal erteilt wird. Egal, wie stark die…

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Liebe Versorgungsämter…

Mein persönlicher Verlauf: Diagnose, angedacht 50 GdB -> Versorgungsamt ignoriert den Befund, zieht sich 30 GdB ausm Arsch -> Widerspruch -> abgelehnt, „geh doch klagen“. Nach dem Umzug probiere ich es dann nochmal, war jetzt das Versorgungsamt Sachsen.

Gedankenkarrussel

… ist euch eigentlich klar, was ihr mit den Menschen macht, wenn ihr sie mit GdB 30 abspeist, obwohl eigentlich klar ist, dass den Leuten mehr zusteht?
Einerseits denke ich, dass es doch gar nicht möglich ist, dass jemandem das so überhaupt gar nicht klar ist – andererseits würde ich mir wünschen, dass es euch nicht klar ist, denn ansonsten würde als Schluss nur noch übrig bleiben, dass euch Menschen vollkommen egal sind.

Ich finde es komplett daneben, dass ständig alles abgelehnt oder nur in geringem Umfang bewilligt wird in der Hoffnung, dass die meisten sich schon nicht wehren (können).

Ich habe schon beim Antrag und noch ausführlicher beim Widerspruch begründet, worin die Einschränkungen bestehen und wie diese zu den Kriterien in den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen passen; auch habe ich meine Aussagen mit Verweisen auf die entsprechenden Stellen in Arztbriefen belegt. Allerdings frage ich mich irgendwie, ob das Schreiben überhaupt gelesen…

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Das muss ihr Kind noch (ertragen) lernen

„Kann ihr Kind nicht mal weniger eine Behinderung haben? Das ist ja echt störend, wenn man sich auf jemanden einstellen muss.“

Autismus - Keep calm and carry on

Nein – beziehungsweise in seinem eigenen Tempo.

Es gibt immer wieder Menschen, die mit meinen Kindern arbeiten, die versuchen durch „Provokation“ sie auf gewissen Ebenen weiter zu bringen.
Zum Teil überschreiten sie hierbei massiv ihre Grenzen.

Immer mal wieder geraten wir an „Fach“leute, die schon mit vielen verschiedenen autistischen Kindern gearbeitet haben und die ihre Erfahrungen aus den anderen Fällen auf unsere Kinder übertragen möchten.

Nur funktioniert das maximal zu 50%.

Denn, kennst Du einen Autisten kennst Du genau einen Autisten.
Ein Satz, der nicht oft genug wiederholt werden kann.

Nun habe ich ja vier AutistInnen. Was bei dem einen Kind funktioniert, hilft bei dem anderen Kind nicht nur nicht sondern verkehrt sich ins Gegenteil.

Seien es Entspannungsübungen oder die Art, wie der Rückzug aus belastenden Situationen aussieht.
Sei es die Herangehensweise wie man problematische Situationen aufdröselt oder wie man den Arbeitsplatz organisiert.
Wie löst man be- bzw…

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Limitations

Finally Knowing Me: An Autistic Life

Advice often seems
To tell me
To consider
„The positives“
And to focus on
What I
CAN
Do.

If I’m honest
This strategy
Isn’t always
Terribly helpful.

I’m perfectly well aware
Of my strengths
And achievements.
They’ve been pointed out to me
Many times
Over the years
(Because people seem to like
This sort of
„Feel good“
Stuff,
I think).

I don’t need this information
Again and again.
I already have it.

What I am finding
MUCH
MORE
HELPFUL

MUCH
MORE
HELPFUL

(Twice,
And capitals,
For emphasis)

Is to learn
What my
LIMITATIONS
Are.

I have been told
All my life
About working hard
And succeeding.

But the things
That I
CAN’T do
Have rarely been
Considered

Or have been ignored
Or have been thought
To be the result
Of me being lazy
Or wilful.

So,

I have continued
To blame myself
For my failures.

I have struggled
To learn…

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Empathy, Imagination and Autism

Autism and expectations

Some excellent work has been done on empathy and autism. Damian Milton’s ideas on The Double Empathy Problem are fascinating; recognising that it is as difficult for non-autistics to empathise with autistics, as it is for autistics to empathise with non-autistics.

It is finally being understood that many autistics don’t lack empathy, some may have more empathy than average, it’s just not shown in a non-autistic way. Autism doesn’t mean not feeling things deeply. It doesn’t mean not caring about others. We are not less human or less loving, we just show it in different ways.

The more time I spend on this Earth, the more I realise that true empathy needs an excellent imagination to go with it.

Growing up, people did not empathise with my sensory issues, because they could not imagine someone else feeling something they did not.

There have been times when friends have been…

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Autismus und Klassenfahrten, geht das?

Bei mir hing es (durch die fehlende Diagnose) immer sehr von der Klasse ab, ob ich überhaupt mit wollte. Meine Eltern haben mir auch geholfen und ich war dann ganz mysteriös genau in der Klassenfahrtswoche „krank“, na, was ein Pech. Aber in späteren Klassenstufen wollte ich halt auch mitfahren und bin dann eben ganz ohne Unterstützung mitgefahren. Waren zwar keine furchbaren Erlebnisse, aber mit etwas Hilfe wäre es vielleicht noch was entspannter geworden.

Autismus - Keep calm and carry on

Die einfachste und beste Antwort wäre Ja.
Die einfachste und schlechteste Antwort wäre Nein.

Am Montag las ich einen Blogbeitrag, in dem es eigentlich nur um eine Klassenreise eines behinderten Kindes ging und wie mit Suggestivfragen das Kind dazu bewogen wurde, diese Reise nicht mitmachen zu wollen.

In einem Kommentar stand dann, dass es gut wäre, wenn ein autistisches Kind nicht mit auf solch eine Reise muss. Das ist grundsätzlich richtig, denn:

Die Frage ist halt, wer die Entscheidung trifft und warum die Entscheidung getroffen wird.

Wir haben Klassenfahrten mit und ohne Diagnose erlebt, aber immer mit Autismus.

Viele Klassenfahrten waren die reinsten Katastrophen, weil wir einfach nicht wussten, was da genau schief läuft. Das jeweilige Kind kam vollkommen fertig von der Fahrt…

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Inklusion, Förderschule, Halo-Effekt und andere Merkwürdigkeiten

Autismus - Keep calm and carry on

Das ich für vollumfängliche Inklusion bin, ist bekannt.
Genauso wie die Bloggerin Butterblumenland und die beiden Bloggerinnen von Zwischen Inklusion und Nixklusion. Auch auf dem Blog Inklusionsfakten findet man viel zum Thema.

Gestern las ich einen Blogbeitrag über Förderplanung und schrieb diesen Tweet

Wenn in der Förderplanung an einer Förderschule es für die Sonderpädagogin wichtiger ist, dass der/die SchülerIn Spülen und Abtrocknen lernt, weil das für eine eventuelle Wohngruppe von Bedeutung sein könnte, als das Fertigkeiten im Bereich Mathematik geübt werden, läuft was falsch. Es ist für mich nicht von Bedeutung, um welche Klassenstufe es geht und ob es „nur“ um Grundrechenarten oder um weiterführende Mathematik geht. Mathematik ist wichtig und diese zu lehren gehört zu den primären Aufgaben einer Schule. Spülen und Abtrocknen ist auch wichtig, gehört aber…

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